• Der Einschüchterung entgegentreten

    Benjamin Schütze schreibt in der taz über einen Zensurversuch durch einen Antisemitismusbeauftragten und darüber, wie mit der deutschen „Staatsräson“ ein autoritärer Anti-Antisemitismus etabliert wird. Die Gesellschaft muss sich entscheiden, wie sie damit umgeht.

  • Die imperiale Bundesrepublik

    Kai Koddenbrock und Carolin Fiete Norina Voß haben in der „New Political Economy“ ihre Forschungsergebnisse zu den Verschiebungen deutscher Sicherheits-, Wirtschafts- und Außenpolitik der letzten Jahre, aus einer imperialismustheoretischen Perspektive, veröffentlicht.

  • Kritisches und solidarisches Völkerrecht

    In einem Interview für die „London Review of International Law“ reflektiert die Völkerrechtlerin Nahed Samour darüber, was es bedeutet, in Zeiten eines Genozids im Bereich des Völkerrechts zu arbeiten. Sie schlägt einen pragmatischen, positivistisch-realistischen Ansatz vor: sich kritisch mit der Mitverantwortung des Völkerrechts für strukturelle Ungerechtigkeit auseinanderzusetzen und gleichzeitig seine auf Freiheit und Gleichheit ausgerichteten Ziele voranzutreiben, z. B. durch das Eintreten für die Anwendung der Völkermordkonvention.

  • Was Universitäten und Wissenschaftler*innen tun können: acht Maßnahmen

    Ilyas Saliba hat in der Zeitschrift „Wissenschaft und Frieden“ zu den Folgen der Erosion der Wissenschaftsfreiheit für die Offene Gesellschaft, und wie Deutschland davon betroffen ist, geschrieben. Er schlägt acht konkrete Maßnahmen vor, an denen sich Wissenschaftler*innen und Universitäten orientieren können.

  • Wissenwollen unter Generalverdacht
    Wissenwollen unter Generalverdacht

    Dieser Beitrag ist unter dem Titel “Das Studium der arabischen und muslimischen Welt – ein riskantes Metier?” im “Club de Mediapart” im französischen Original veröffentlicht worden. Seine Schlussfolgerung: Hinter den Absagen akademischer Veranstaltungen zu Israel/Palästina steht nicht nur eine generelle Missachtung der Wissenschaftsfreiheit, sondern vor allem auch eine spezielle Verachtung gegenüber dem Forschungsgebiet und den Forscher:innen des “Mittleren Ostens”.

  • Indiens nicht erklärter Ausnahmezustand

    Ernst Fraenkels “Doppelstaat” (1938) bietet sich für die Analyse heutiger Faschisierungsprozesse an. Julia Eckert pickt ein bereits 2021 erschienenes Buch von Arvind Narrain, das die Begrifflichkeiten von „Maßnahmenstaat“ und „Normenstaat“ auf das gegenwärtige Indien anwendet und für eine Strategie des „verfassungsmäßigen Widerstands“ plädiert.

  • Koloniale versus antikoloniale Überschreitungen der Grenze zwischen Zivilisten und Kombattanten

    Um die Diskussion um “Genozid”/“Krieg” weiter zu bereichern, pickt Jevgeniy Bluwstein einen Artikel von Nicola Perugini, der sich der völkerrechtlichen Unterscheidung zwischen Zivilisten und Kombattanten widmet. Perugini zeigt aus dekolonialer Perspektive auf, warum das Völkerrecht beide Seiten – antikolonialen Widerstand und koloniale Gewalt – zur Transgression antreibt.

  • Die Begriffe „Krieg“ und „Genozid“ sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden
    Die Begriffe „Krieg“ und „Genozid“ sollten nicht gegeneinander ausgespielt werden

    Hier ein weiterer Debattenbeitrag zur Genozid- und Kriegs-Begrifflichkeit (nach dem Pick zu Dirk Moses „Problems of Genocide“ vom Mai 2025). Aus der Perspektive der Friedens- und Konfliktforschung argumentieren wir, dass die Massengewalt in Gaza umfangreich empirisch belegt ist: auch wenn das juristische Urteil über den Genozid noch aussteht, ist der „genozidale Krieg“ längst bewiesen. Mit dem Kriegsbegriff können wir darauf bestehen, dass bereits auf dieser Basis politische Konsequenzen, beispielsweise im Verhältnis zur israelischen Regierung, gezogen werden müssen.

  • Bundesforschungsministerium ignoriert bei Fördermittelvergabe die Fachgutachten

    Die Rechercheplattform Correctiv hat herausgefunden, dass das Bundesforschungsministerium ein Unternehmen von Ahmad Mansour mit knapp neun Millionen Euro fördert, obwohl die vom Ministerium selbst beauftragten Expert*innen davon explizit abgeraten haben – und dies während überall sonst Wissenschaft und Kultur Fördermittel gestrichen werden.

  • Ekel und Erotik des neuen faschistischen Körpers

    Katrin Köppert pickt hier das Buch von Dagmar Herzog: „Der neue faschistische Körper“, das die aktuellen Faschismustheorien um die intersektionale Kategorie der Behinderung erweitert. Faschismus heute wie damals macht Rassismus „sexy“ und produziert, nutzt und koppelt Affekte der sexuellen Aufladung von Fortpflanzung und des Ekels vor vulnerablen Körpern. Hierbei ist die faschistische „Ko-Option“ der postmodernen Anfechtung von Wahrheit eine Herausforderung für die Theoriebildung.

  • Wissenschaftsfreiheit – für wen, für was, mit welchem Ziel?

    In der “Zeitschrift für Medienwissenschaft” läuft eine Debatte zur Wissenschaftsfreiheit, die Kathrin Peters und Katrin Köppert initiiert haben. Die Beiträge haben ihren Ausgangspunkt in den Reaktionen der Universitäten auf den genozidalen Krieg in Gaza.

  • Antisemitismus-Training an US-amerikanischen Universitäten

    Die jüdisch-amerikanische Publikationsplattform „Forward“ hat sich ein „anti-bias“ Video genauer angeschaut, mit dem die Northwestern University in Chicago den Trump-Bestimmungen zur angeblichen Antisemitismusbekämpfung Folge zu leisten versucht. Das für alle Studierende verpflichtende Video verstößt gegen wissenschaftliche Grundregeln und macht auch jüdische Antizionist:innen zu Antisemiten.

  • Medienanalyse: Hierarchien des Todes

    Jannis Grimm, Justus Könneker und Mariam Salehi haben in der interdisziplinären Fachzeitschrift „Peacebuilding“ eine Studie veröffentlicht, die die deutsche Medienberichterstattung in Bezug auf palästinensische und israelische Todesopfer in den ersten sechs Wochen nach dem 7. Oktober 2023 vergleicht. Wie zu erwarten: palästinensische Leben zählten weit weniger als israelische Leben.

  • „Nie wieder“ muss universell gelten

    In seinem Beitrag für die Zeitschrift südlink prangert Alexander Schwarz an, dass die Bundesregierung Grundprinzipien des Völkerrechts beschädigt, und fordert, dass „Nie wieder“ universell angewendet werden müsse.

  • Politische Bedingungen der Möglichkeit von Wissenschaft

    Wie politisch ist Wissenschaft? Wie politisch darf sie sein? Und wann muss sie politisch werden? In ihrem Gastbeitrag im Wiarda-Blog zur Verantwortung von Wissenschaft widmet sich Hanna Pfeifer diesen Fragen nach der Grenzziehung zwischen politischem Aktivismus und wissenschaftlicher Tätigkeit.

  • Wie die Anerkennung Palästinas in Frankreich debattiert wird
    Wie die Anerkennung Palästinas in Frankreich debattiert wird

    „Es ist, als würde man uns sagen: Jetzt erkenne ich dich an, du heißt Palästina, du kannst verschwinden“, meint der palästinensische Journalist Rami Abou Jamous, der gerade in Gaza mit seiner Familie in der Hölle eines laufenden Genozids gefangen ist. Es scheint auf der Hand zu liegen, dass die Anerkennung des palästinensischen Staates den Genozid, die Besatzung und die Apartheid nicht stoppen wird. Vielleicht ist es aber noch schlimmer. Oder doch nicht? In Frankreich hat eine Debatte zu den völkerrechtlichen Risiken und Chancen der Anerkennungspolitik begonnen. (Bild: European Union, 2025)

  • Die Nova Ausstellung – immersives Entertainment und trügerische Eindeutigkeit
    Die Nova Ausstellung – immersives Entertainment und trügerische Eindeutigkeit

    Zum zweiten Jahrestag des 7. Oktober soll im früheren Flughafengebäude Berlin-Tempelhof die Wanderausstellung „The Nova Music Festival Exhibition“ eröffnet werden. Naomi Klein und Ben Ratskoff haben zu dem Umgang mit Trauma, den affektiven Strategien und politischen Implikationen der Ausstellungen und Filme, die den Horror des Massakers „nacherlebbar“ machen wollen, lesenswerte Texte geschrieben: Der gezielt herbeigeführte Zusammenbruch von kritischer Distanz birgt die Gefahr der Ästhetisierung des Traumas und weiterer Dehumanisierung.

  • Völkerrecht in Zeiten des zunehmenden Autoritarismus

    In einem Interview mit dem European Center for Populism Studies (ECPS) umreißt Professor William Schabas (Middlesex University), einer der weltweit führenden Experten im Internationalen Strafrecht und der Genozidforschung, gut verständlich die Völkerrechtslage mit Blick auf Gaza und die Mittäterschaft von Teilen der internationalen Staatengemeinschaft, allen voran den USA und Deutschland.

Von KriSol ausgewählt und angeboten – Raum für Debatte

Das Redaktionskollektiv besteht zur Zeit aus Marion Detjen, Julia Eckert, Isabel Feichtner und Christian Strippel.​​​​​​​

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